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Das HKTB fragt nach!

Mit den Erfahrungen aus dem letzten Jahr...

…welche Herausforderungen sehen Sie noch für 2021, welche Themen werden Sie noch begleiten?

 

Das Jahr 2021 hat begonnen und auch wenn viele von uns sich Erleichterung gewünscht haben, sich vielleicht hoffnungsvoll auf das neue Jahr freuen, bleibt zunächst die Ungewissheit durch die Pandemie. Die Themen rund um Covid - 19 werden uns sicher noch eine Weile begleiten. Der Beginn der Impfungen macht Hoffnung, die Mutation des Virus macht Angst. Jetzt befinden wir uns wieder in einem Lockdown und wann dieser zu Ende sein wird, ist noch offen. Die Herausforderung damit umzugehen stellt sich für uns alle.

In meiner Rolle als Fachberatung heißt das vor allen Dingen ein offenes Ohr zu haben für die Menschen, die sich mit ihren Fragen und Sorgen an mich wenden. Beschlüsse und Verordnung werden oft kurzfristig gefasst und daraus ergeben sich häufig Fragen, die sich nicht einfach beantworten lassen. Ich erachte es für wichtig stets gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sich gegenseitig zu stärken, die Bereitschaft die Perspektiven zu wechseln und die Bedürfnisse aller beteiligter Personen zu erkennen ist mir dabei besonders wichtig.

 

...welche positiven Gesichtspunkte resümieren Sie aus dem vergangenen Jahr und möchten in 2021 mehr Aufmerksamkeit schenken? Können Sie dazu Beispiele nennen, die auch für andere Fachberaterinnen und Fachberater interessant sein können?

Eine positive Erfahrung, die ich berichten kann ist, dass trotz der Distanz mehr Nähe zu den Kindertagespflegepersonen entstanden ist, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung. Wir Fachberatungen haben viel positives Feedback bekommen für die schnelle Weitergabe von Informationen.

Was mich besonders begeistert hat, war die hohe Bereitschaft der Kindertagespflegepersonen, Familien zu helfen.

Ich als Fachberatung habe im vergangenen Jahr viel Unterstützung durch unsere Kooperationspartner und in unsrer Abteilung erhalten. Wofür es sonst manchmal weite Wege und Hürden zu nehmen galt, gab es in der Zeit des ersten Lockdowns kreative, unbürokratische Lösungen. So war es zum Beispiel in einer Kita möglich, dass ein jüngeres Geschwisterkind mit in die Notbetreuung gehen konnte.

Eine immense Erleichterung für uns Fachberatungen war, dass die Stadt Darmstadt schnell entschieden hat, während des Betretungsverbots und auch jetzt wieder, die Kindertagespflegepersonen weiter zu finanzieren und nicht in Anspruch genommene Betreuungskosten den Familien zu erlassen.

Den Spirit des ersten Lockdowns, gemeinsam in einem Boot zu sitzen, möchte ich für die Zukunft bewahren. Bereitschaft zur Vernetzung und Kooperation mit dem Ziel, es für die Kinder so angenehm wie möglich zu machen, halte ich für wesentlich.

 

…was werden Sie in diesem Jahr konkret in Ihrer Arbeit und in der Qualifizierung umsetzen?

Was wir konkret vorantreiben werden, ist die Digitalisierung. Mittlerweile haben wir die technischen Möglichkeiten dazu, Fachberatung auch online anzubieten. Das freut mich sehr, auch wenn ich Hausbesuche schmerzlich vermisse, freue ich mich darauf die Menschen, mit denen ich in Kontakt bin, nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.

Außerdem sind dadurch wieder Treffen mit der Interessensvertretung und Vernetzungstreffen der Kindertagespflegepersonen möglich.

Die Qualifizierung der Kindertagespflegepersonen im Familienzentrum konnte weitergehen, durch Teilung der Gruppe in Präsenz und Umstellung auf Online-Formate. Diese Flexibilität ist sicher noch weiter erforderlich. Abschließend teile ich gerne ein Zitat, was in Umgang mit vielleicht bleibender Ungewissheit hilfreich sein kann:

Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel der Besorgnis über deinen Kopf fliegen, aber du kannst verhindern, dass sie sich in deinem Kopf ein Nest bauen.  Chinesische Weisheit

 

Petra Breiter

Fachberatung für Kindertagespflegepersonen

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